10. 11. 2024, 19:00 Uhr

Mahen-Theater

Autor: Leoš Janáček

Dirigent: Marek Šedivý

Regie: Itzik Galili

Ensemble: Mährisch-Schlesisches Nationaltheater

Die Aufführung dauert 130 Minuten einschließlich einer 25-minütigen Pause.

Tickets kaufen

1.Akt
An einem heißen Sommernachmittag geht der Förster durch seinen Wald. Bei einer kurzen Rast schläft er ein. Der Wald ist voller Leben: Fliegen schwirren umher, eine Grille und eine Heuschrecke spielen Walzer, eine Mücke schwankt betrunken von menschlichem Blut und ein kleiner Frosch versucht sie zu fangen. Das kleine Füchslein Bystrouška beobachtet erstaunt das Geschehen. Besonderes Interesse erregt der Frosch. Als es sich ihn aber genauer ansehen möchte, springt dieser erschrocken dem Förster ins Gesicht. Der aufgewachte Förster erblickt Bystrouška, und ehe sich das Füchslein versieht, wird es ins Haus des Försters gebracht. Verwandlung Bystrouška lebt gefangen auf dem Hof der Försterei in der Gesellschaft des Hundes Lapák und einiger Hühner. Pepík, der Enkel des Försters, prahlt vor seinem Freund Frantík mit dem neuen Zuwachs. Die Jungen setzen Bystrouška mit einer Gerte zu. Die Füchsin beißt Pepík ins Bein und wird zur Strafe angeleint. Die ganze Nacht sehnt sie sich nach dem freien Leben im Walde. Am Morgen denkt sie sich einen neuen Plan aus. Als erster bekommt es der Hahn mit seinen Hennen zu spüren, die sich mit ihrer beispielhaften Tüchtigkeit brüsten. Bystrouška überlistet die einfachen Geschöpfe, was den Hahn und die meisten Hennen schließlich ihr Leben kostet. Der wütende Förster will die Füchsin verprügeln, sie beißt jedoch die Leine durch und verschwindet im Wald.

2.Akt
Bystrouška wurde während ihres Aufenthalts im Haus des Försters ein bisschen vorlaut und spöttisch. Sie vertreibt den alten Dachs und bezieht zufrieden seine Dachshöhle. Verwandlung Im Wirtshaus „U Pásků“ sitzt der Förster mit seinen Freunden beim Kartenspiel und einem guten Tropfen. Der Förster macht sich über des Schulmeisters Zuneigung zu Terynka lustig, dieser kontert mit einer Frage nach Bystrouška. Alle verlassen das Wirtshaus mit taumeligen Schritten. Bystrouška beobachtet heimlich die nächtlichen Passanten. Sie versteckt sich unter Sonnenblumen, wohin auch der betrunkene Schulmeister fällt, nachdem er die wippenden Blüten für das Antlitz seiner geliebten Terynka gehalten hat. Der Pfarrer erinnert sich an seine Studentenliebe, dessen Gedanken werden ebenfalls von Bystrouška gestört. Der herbeikommende Förster schießt auf die Füchsin; der Schulmeister und der Pfarrer laufen erschrocken davon. Verwandlung In einer lichten Sommernacht begegnet Bystrouška dem stattlichen Fuchs Zlatohřbítek. Aus der anfänglichen Sympathie wird Liebe. Die Waldtiere beobachten entrüstet Bystrouškas unsittlichen Lebenswandel, erst eine schnelle Hochzeit beruhigt sie.

3.Akt
Der Sommer ist vorbei, und der Förster trifft den Wilderer und Geflügelhändler Harašta im Wald. Harašta erzählt von seiner anstehenden Hochzeit mit Terynka. Den Förster interessiert jedoch eher, ob Harašta in seinem Revier wildert. Später erscheint Bystrouška mit Zlatohřbítek und einigen jungen Füchschen. Als Bystrouška Harašta mit einem Tragekorb Geflügel wittert, will sie ihn necken. Sie tut, als ob sie hinke, und immer wenn Harašta auf sie zielt, läuft sie geschwind davon. Aber das Spiel endet tragisch – Harašta trifft und erschießt Bystrouška. Verwandlung Der Förster erfährt im Wirtshaus, dass Haraštas Braut Terynka einen Fuchspelz zur Hochzeit bekommen habe – deshalb hat er also den Fuchsbau leer vorgefunden! Die Nachricht von Terynkas Vermählung betrübt den Schulmeister zutiefst, der Förster beruhigt ihn, dass sie sowieso keine gute Frau für ihn gewesen wäre. Allen wird schwer ums Herz, der Förster geht lieber nach Hause. Auf dem Weg durch den Wald erinnert er sich an seine Jugend, bewundert die Schönheit der Natur und wird gewahr, wie sich das Leben ewig wiederholt. Der Wald sieht aus wie damals, als er Bystrouška fing. Da sieht er wieder ein Füchslein… wie der Mutter aus dem Gesicht geschnitten! Er will es wiederum fangen, aber ein kleiner Frosch, ein Enkel des damaligen, durchkreuzt das Vorhaben.

Regie: Itzik Galili
Dirigent: 
Marek Šedivý
Szene:
Daniel Dvořák
Kostüme:
Symona Rybáková
Choreographie:
Itzik Galili
Assistent des Regisseurs & der Choreographie:
Elisabeth Gibiat
Asistent der Choreographie:
Duilio Ingraffia
Chorleiterin:
Jurij Galatenko
Leiter des Opernstudios:
Lenka Živocká
Dramaturgie: 
Juraj Bajús

 

Besetzung:

Füchslein Schlaukopf – Doubravka Novotná
Goldrücken (Fuchs) – Anna Nitrová
Förster – Martin Gurbaľ
Försterin  / Eule – Eva Dřízgová-Jirušová
Schulmeister / Mücke – Martin Javorský
Pfarrer / Dachs – Jan Šťáva
Harašta, Geflügelhändler – Boris Prýgl
Pásek, Gastwirt – Erik Ondruš
Frau Pásek, Gastwirtsfrau / Hahn / Eichelhäher – Miroslava Časarová
Pepík, Försters Enkel – Ondřej Borák
Frantík, sein Freund – Filip Škandera
Kleine Schlaukopf – Chralotte Gurbaľová
Grille – Ivona Dominiková
Heuschrecke – Žofie Trojáčková
Frosch – Ondřej Borák
Dackel Lapák / Specht – Šárka Hrbáčková
Henne Chocholka – Karolína Levková

 

 

Besetzung der Ballettrollen:

Schlaukopfs junges Mädchen – Yu Matsumoto
Marienkäfer – Gvendolin Nagy
Störchin – Dorottya Fanni Lengyel
Storch – Maxwell Davies
Eichhörnchen – Elen Šnoblová
Eulen – Viola Izzo / Maria Carla Ognisanto
Blaue Libellen – Leonardo Baghin / Sachiya Takata
Hase – Simone Giroletti
Igel – Mark Griffiths
Alter Schmetterling – Michal Bublík

Janáčeks Schlaues Füchslein ist zwar eng mit Brünn verbunden, doch hat auch Nordmähren seinen Anteil an der Entstehung der beliebten Oper. In seinen Geburtsort Hukvaldy verbrachte Janáček auch in seinen späteren Jahren gern die Sommer, und gerade die Wälder rund um diesen Ort und ihr Förster lieferten Janáček allerhand Erkenntnisse über das Leben der Füchse, die er schließlich in seiner originellen Oper verarbeiten sollte. So kommen denn zum hundertsten Geburtstag des Schlauen Füchsleins auch die Kollegen vom Mährisch-Schlesischen Theater Ostrava mit einer ganz neuen Inszenierung zu unserem Festival. Der israelische Regisseur und ausgezeichnete Choreograf Itzik Galili hat schon mit vielen hervorragenden Ballettensembles auf der ganzen Welt zusammengearbeitet, und gemeinsam mit dem Dirigenten Marek Šedivý wird er sicher auch mit einer ganz eigenen Interpretation einer der beliebtesten Opern Janáčeks aufwarten können.

Das schlaue Füchslein gehört zu Janáčeks lyrischsten und melodischsten Opern. Das Werk sprüht vor ebenso liebevollem wie gleichermaßen auch launisch beißendem Humor und fasziniert durch die eigentümliche Durchdringung von Menschen- und Tierwelt, durch seine Erdverbundenheit und seine gutmütige Lebensphilosophie, die bis zum Mystizismus reicht. Am Anfang der Geschichte von der gerissenen Füchsin stand der Beschluss der Brünner Redaktion der Tageszeitung Lidové noviny, zur Unterhaltung ihrer Leser regelmäßig gezeichnete Bilderserien mit witzigen Texten zu veröffentlichen. Unter den hierzu kontaktierten Künstlern befand sich auch Stanislav Lolek (1873–1936), ein großer Naturliebhaber und ursprünglich Jäger von Beruf. Die Texte zu seinen Illustrationen schrieb Rudolf Těsnohlídek. Die Familie Janáčeks zählte zu den regelmäßigen Lesern der Lidové noviny, und die Bilderserien fanden das Gefallen des Komponisten. In den Sommerferien des Jahres 1921 begann er die Handlung seiner neuen Oper über die schlaue Füchsin zu skizzieren und nahm die Arbeit am Libretto auf. Von den ursprünglich dreiundzwanzig Folgen der Bilderserien wählte er zehn aus, wobei er den Schwerpunkt auf die Tierwelt legte, während er die Zahl der auftretenden menschlichen Figuren reduzierte und teils mehrere Figuren zu einer einzigen vereinigte. Těsnohlídeks Erzählung endet mit der Hochzeit von Schlaukopf und Goldrücken, Janáček jedoch entschied sich für eine grundlegende Änderung und ließ die Hauptfigur sterben, denn als echter Dramatiker spürte er die Notwendigkeit einer Katharsis. So entstand denn ein einzigartiges Werk über die Natur und den Kreislauf des Lebens.

Patricie Částková

Programm auf Englisch zum Herunterladen ⇩